80 Jahre Bücherverbrennung – Literaturquiz Teil 22

Aktueller Quizschwerpunkt: „Die Novemberpogrome im Spiegel der Literatur“

In der Erzählung „Lunz“ wird sich der Autor 1981 an die Bergung einer Wasserleiche und deren Wirkung auf ihn, den damals fünfjährigen Knaben, erinnern:

„Das Gesicht des Toten war übermäßig dick, die Nase fehlte, und auch an den Lippen waren Stücke angeblich von Karpfen abgefressen. In den Augenhöhlen schien überdies keine Pupille mehr zu stecken. (…) Als die Leute, die ihn auf den Leiterwagen geworfen hatten, bemerkten, daß ein Kind, nämlich ich, den Vorgang gesehen, schleuderten sie einen Jutesack über das wenig anziehende Gesicht des ertrunkenen Betrunkenen. Ich aber hatte genug gesehen, um nicht mehr sterben zu wollen.“

Auf seiner Suche nach Unsterblichkeit wird er beim Vater fündig. Dieser lässt ihn wissen, dass Helden und Künstler Unsterblichkeit erlangen.

Das ganze Rätsel kann auf der Seite des Literaturblogs „Duftender Doppelpunkt“ nachgelesen werden.

Bücherverbrennung und die Rolle der Bibliotheken

Dieser Beitrag befasst sich mit den Bücherverbrennungen von 1933 und der Rolle, die Volks- und wissenschaftliche Bibliothekare dabei spielten. Zunächst wird der Verlauf der Bücherverbrennungen dargestellt und hierbei insbesondere auf die „Aktion wider den undeutschen Geist“ eingegangen, die maßgeblich in der Urheberschaft der „Deutschen Studentenschaft“ (DSt) organisiert und durchgeführt wurde. Im Anschluss wird die Bandbreite an bibliothekarischen Verhaltensweisen im Zusammenhang mit den Bücherverbrennungen anhand ausgewählter Beispiele beleuchtet. Die Betrachtung erfolgt getrennt nach öffentlichen und wissenschaftlichen Bibliotheken, wobei auch die offizielle Haltung der jeweiligen Berufsverbände VDV und VDB thematisiert wird. Zudem wird auf die so genannten „Schwarzen Listen“ eingegangen, die von Volksbibliothekaren erstellt wurden und zahlreiche Titel nunmehr unerwünschter Literatur enthielten. Schließlich wird neben der Mitwirkung bei der Verbrennung von Büchern auch die Rolle der Bibliothekare im Hinblick auf Bestandsaussonderungen im Falle der Volks- und auf Bestandssekretierungen im Falle der wissenschaftlichen Bibliotheken eingegangen. Der Beitrag zeigt auf, dass das Verhalten der Bibliothekare zwischen Zustimmung und Ablehnung ein breites Spektrum an Ansichten und Verhaltensweisen umfasste. Verallgemeinerte Aussagen sind somit nicht möglich.

Literaturquiz Teil 21

Ernst Fischer beschreibt die gesuchte Autorin folgendermaßen: „Sie war stolz und voller Scham. Ihre Güte war das Destillat einer dunkel glühenden Leidenschaft. Schönes weißes Gesicht; Schnee bedeckt den Vulkan. Schwarzer Handschuh, mag es noch so heiß sein; denn ihr fehlt ein Arm. Anstatt einer Prothese trägt sie einen mit Bauschen ausgestopften Ärmel, der schlaff herabhängt. Man fragt nicht danach, man spricht nicht davon, doch dieser Defekt ist ein Bestandteil ihrer Persönlichkeit. Sie hat gelernt, sich so zu bewegen, mit solcher Souveränität, als fehle dieser Arm nicht, gelernt, über Fehlendes, nicht in Erfüllung Gegangenes hinwegzusehen. (…) Nie spricht sie von sich; doch einmal fragt sie nebenbei, während sie mich in englischer Konversation unterrichtet: Sind Sie eifersüchtig? – Nein – Obwohl Sie Ruth lieben? – Ich bin kein Gutsbesitzer – Das ist schön, das ist sehr schön. Magd sein ist keine Erniedrigung, wenn man sich selber so genannt hat, um sich selber beim Wort zu nehmen; der Stolz wählt das Gewand der Demut, Dienst als Würde, freiwillige Bescheidung. Ihre Fähigkeit zu lieben war unerschöpflich, auf Besitz verzichtend, allen zu helfen bereit.“

Ihre früheste bisher bekannt gewordene Veröffentlichung, die Erzählung „Der Sieger“, erscheint im Juni 1932 in der Arbeiter-Zeitung, dem Zentralorgan der österreichischen Sozialdemokratie…

Die Fortsetzung des literarische Rätsel finden sie im Literaturblog „Duftender Doppelpunkt“ im Beitrag: 80 Jahre Bücherverbrennung – Literaturquiz Teil 21

Mela Hartwig

Mela Hartwig: Im 20. Teil unseres Literaturquizes wurde nach Mela Hartwig gesucht. Im Rahmen dieses literarischen Rätsels finden Sie ausführliche Infos über die Autorin.


Das literarische Rätsel (20. Teil)

Die Quizfragen und ihre Antworten, Vortellung der verlosten Bücher, weiterführende Infos über Mela Hartwig

75 Jahre Novemberpogrome

Im Literaturblog “Duftender Doppelpunkt” finden Sie einen Hinweis auf die Broschüre „Gedenken 75 Jahre Novemberpogrom“. Zusätzlich sind alle Termine und Infos der Gedenkveranstaltungen auf der Internetseite des Österreichischen Parlaments zugänglich.

Auch der „Duftende Doppelpunkt“ ist mit zwei Terminen in der Broschüre vertreten.

Im Rahmen unseres ganzjährigen, dreiundzwanzigteiligen und alle 14 Tage erscheinenden Literaturquizes widmen wir zwei der literarischen Rätsel dem Thema „Die Novemberpogrome im Spiegel der Literatur“.
Speziell am 6. und 20. November 2013, die Teilnahme ist bis einschließlich 3. Dezember möglich, steht das Quiz ganz im Zeichen des Gedenkens an die Pogrome des Jahres 1938. Vorgestellt werden zwei österreichische ExilautorInnen, in deren Werk die Tage um den 10. November Erwähnung finden.

Alle näheren Infos finden Sie im Beitrag „75 Jahre Novemberpogrome“ im „Duftenden Doppelpunkt.

80 Jahre Bücherverbrennung – Literaturquiz Teil 20

Dank der großzügigen Buchspenden von über 50 Verlagen gibt es auch in dieser Quizrunde einige Bücher zu gewinnen!

Das literarische Rätsel

„Sie wird 1893 in Wien als Melanie Herzl, Tochter des Kulturphilosophen und Publizisten Theodor Herzl geboren. Zwei Jahre später konvertiert dieser vom Judentum zum Katholizismus. Er ändert zugleich seinen Namen und vollzieht damit auch eine Abgrenzung von seinem Namensvetter, dem Begründer des modernen politischen Zionismus…“

Das gesamte Rätsel und die Quizfragen finden Sie im Literaturblog „Duftender Doppelpunkt“.