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Bücherverbrennung

Der Jahrestag der Bücherverbrennung im Deutschen Reich jährt sich heuer am 10. Mai zum 80. Mal.
5 Jahre später, am Vorabend des 1. Mai, nur wenige Wochen nach dem „Anschluss“, findet am Residenzplatz in der Salzburger Altstadt die einzige nationalsozialistische Bücherverbrennung in Österreich, der damaligen Ostmark, statt.

Der Schriftsteller René Schickele schreibt 1933 in sein Tagebuch: „Wenn es Goebbels gelingt, unsere Namen von den deutschen Tafeln zu löschen, sind wir tot. Gespenster in der Diaspora, in der wasserarmen Provinz. Schon die nächste Generation wird nichts mehr von uns wissen.“

Seine Befürchtungen werden für viele LiteratInnen und Intellektuelle, deren Bücher auf den Scheiterhaufen der NationalsozialistInnen zu Asche zerfallen, zur traurigen Realität. Viele von ihnen überleben Verfolgung und Exil nicht bzw. fallen der Vergessenheit anheim. Nur verhältnismäßig wenigen gelingt es nach dem Ende des 2. Weltkrieges, erfolgreich an ihre Arbeit vor 1933 anzuknüpfen.

Wir möchten mit unserer Initiative – einem dreiundzwanzigteiligen Literaturquiz und einer Reihe begleitender Beiträge – dieser AutorInnen gedenken und sie in Erinnerung rufen.

Warum gedenken

Erich Kästner (1879 – 1974) brachte die Bedeutung der Bücherverbrennung 1933 für die Gegenwart in einer Rede zum 25. Jahrestag dieses Ereignisses auf den Punkt.

„Das blutige Rot der Scheiterhaufen ist immergrün. Einen dieser Scheiterhaufen haben wir, mit bloßem Auge, brennen sehen. Ich hatte angesichts des Scheiterhaufens nicht aufgeschrien. Ich hatte nicht mit der Faust gedroht. Ich hatte sie nur in der Tasche geballt. Warum erzähle ich das? […] Weil, immer wenn von der Vergangenheit gesprochen wird, auch von der Zukunft die Rede ist.“

Aus: Erich Kästner „Über das Verbrennen von Büchern“, Ansprache auf der Hamburger PEN-Tagung am 10. Mai 1958.

Literaturquiz

Das Quiz wird sich über das ganze Jahr 2013 erstrecken. Vierzehntägig fragen wir jeweils nach einer Autorin/einem Autor; nach Menschen, deren Werk 1933 in Flammen aufging, die im KZ und im Zuchthaus litten, ins Exil gezwungen wurden und das NS-Regime oftmals nicht überlebten.

Alle bisher veröffentlichten literarischen Rätsel finden Sie auf der Seite „Literaturquiz zur Bücherverbrennung 1933“.

Dank der Spenden von über 30 Verlagen gibt es in jeder Quizrunde Bücher bzw. CDs zu gewinnen.

Ergänzend zu dem Quiz finden Sie in Petra Öllingers virtueller Bibliothek im Beitrag „Bücherverbrennung – Exilliteratur“ eine Zusammenstellung von über 200 AutorInnen. Jeder Eintrag ist mit mehreren weiterführenden Links versehen. Die Liste wird unter anderem durch ein Verzeichnis mit Sekundärliteratur ergänzt.

Petra Öllinger für das Team von
„Der Duft des Doppelpunktes“ – Kultur- und Wissenenschaftsinitiative

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