Über das Ausmerzen von Worten

„Es ist eine herrliche Sache, dieses Ausmerzen von Worten. (…) Welche Berechtigung besteht schließlich für ein Wort, das nichts weiter als das Gegenteil eines anderen Wortes ist? Jedes Wort enthält seinen Gegensatz in sich. Wenn du ein Wort wie ‚gut‘ hast, wozu brauchst du dann noch ein Wort wie ’schlecht‘? (…) Siehst du denn nicht, dass die Neusprache kein anderes Ziel hat, als die Reichweite des Gedankens zu verkürzen? Zum Schluß werden wir Gedankenverbrechen buchstäblich unmöglich gemacht haben, da es keine Worte mehr gibt, in denen man sie ausdrücken könnte. (…) Es wird überhaupt kein Denken mehr geben − wenigstens was wir heute darunter verstehen. Strenggläubigkeit bedeutet nicht mehr denken − nicht mehr zu denken brauchen. (George Orwell, 1984)

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